Feuerwehren in Südeuropa im Einsatz gegen Waldbrände
In Südeuropa kämpfen die Feuerwehren weiter bei widrigen Wetterbedingungen gegen schwere Waldbrände: Im Südwesten Spaniens breitete sich ein Feuer in der andalusischen Provinz Huelva schnell aus, etwa 800 Menschen wurden den Behörden zufolge am Montag evakuiert. Unweit der griechischen Hauptstadt Athen waren am Montagmorgen fast 200 Feuerwehrleute und dutzende Löschfahrzeuge im Einsatz, um ein neu ausgebrochenes Feuer nahe Kouvaras unter Kontrolle zu bringen. Auch in Südfrankreich konnte die Feuerwehr einen am Sonntag ausgebrochenen Waldbrand eindämmen.
Mehr als 600 Feuerwehrleute bekämpften in Huelva unterstützt von 26 Löschflugzeugen einen in der vergangenen Woche ausgebrochenen Waldbrand. "Wir haben es mit einem extrem schwierigen, komplexen und gefährlichen Feuer zu tun, wobei die Wetterbedingungen uns keine Atempause lassen", sagte der regionale Katastrophenschutzminister Antonio Sanz. Seine Bekämpfung sei "ein Langstreckenrennen voller Hindernisse".
Es gebe wenig Hoffnung, dass der Brand bald unter Kontrolle gebracht werden könne, warnte der Minister: "Es liegen noch Stunden und wahrscheinlich sogar Tage intensiver Arbeit vor uns."
Die Löschmannschaften versuchten, das Feuer durch kontrollierte Brände und das Anlegen von Feuerschneisen an der weiteren Ausbreitung zu hindern. Unwegsames Terrain und starker Wind aus wechselnden Richtungen behindern jedoch die Arbeiten. In Spanien haben in diesem Sommer schon mehrere verheerende Waldbrände gewütet.
In Griechenland ordneten die Behörden die Evakuierung des Dorfes Agios Stylianos nahe Kouvaras etwa 60 Kilometer südöstlich von Athen an. Heftige Windböen behinderten laut dem Fernsehsender ERT News zunächst die Löscharbeiten. Dennoch waren zwei Löschflugzeuge und vier Hubschrauber im Einsatz. Am Nachmittag war der Brand laut Feuerwehr gelöscht, angesichts der hohen Temperaturen von bis zu 37 Grad und der anhaltenden Windböen wollten die Brandbekämpfer aber weiter in der Region präsent bleiben. Ein Lagerhaus eines landwirtschaftlichen Betriebes wurde durch das Feuer zerstört.
Bereits Anfang des Monats hatte ein schwerer Waldbrand nordwestlich von Athen mehr als 11.000 Hektar Vegetation und dutzende Häuser im Badeort Porto Germeno zerstört. Wegen heftigen Windes mussten die Löschflugzeuge damals zeitweise am Boden bleiben, die Flammen konnten erst nach fünf Tagen unter Kontrolle gebracht werden.
In Südfrankreich konnten Feuerwehrleute am Montagmorgen einen am Vortag ausgebrochenen Waldbrand nordwestlich von Montpellier unter Kontrolle bringen. Mehr als 270 Feuerwehrleute und sechs Löschflugzeuge waren im Einsatz. Drei Feuerwehrleute wurden nach Behördenangaben verletzt.
Im Département Drôme im Südosten Frankreichs kämpft die Feuerwehr unterdessen weiter gegen einen vor einer Woche ausgebrochenen Waldbrand. Das Feuer fraß sich nach Behördenangaben in gebirgigem Gebiet bislang über 400 Hektar fort und bewegte sich am Montag bergabwärts auf zwei Dörfer zu. Aus anderen Regionen wurden Löschzüge als Verstärkung erwartet.
Frankreich erlebt derzeit abermals eine Hitzewelle, für Dienstag wurde für 43 Départements die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen. Hitzewarnungen gibt es auch für viele weiteren europäische Länder. Ungewöhnlich hohe Temperaturen wurden unter anderem in Teilen Großbritanniens, der Schweiz, Österreich, Italien und Kroatien erwartet.
A.Noel--PP