Epstein-Skandal: US-Handelsminister Lutnick mit Rücktrittsforderungen konfrontiert
Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben die oppositionellen Demokraten erneut den Rücktritt von Handelsminister Howard Lutnick gefordert. Lutnick sei ein "pathologischer Lügner" und mit für die "eklatanteste Vertuschung in der amerikanischen Geschichte" verantwortlich, erklärten Abgeordnete am Mittwoch nach einer nicht-öffentlichen Befragung des Ministers in einem Kongressausschuss.
Bei der Fragerunde ging es um Lutnicks widersprüchliche Stellungnahmen zum Fall Epstein. Anfang Februar hatte der US-Handelsminister einen Besuch auf der Privatinsel des Unternehmers eingeräumt, auf der zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht worden sein sollen. Zugleich bestritt Lutnick enge Kontakte zu Epstein.
Das Justizministerium in Washington hatte Ende Januar rund drei Millionen neue Dokumente zu dem Fall veröffentlicht. Darin war erstmals von Lutnicks Besuch auf der Epstein-Insel die Rede und von weiteren Kontakten. Ein Fehlverhalten konnte dem 64-jährigen Milliardär jedoch nicht nachgewiesen werden.
Nach der Veröffentlichung der Akten waren erstmals Rücktrittsforderungen an Lutnick laut geworden. US-Präsident Donald Trump hält jedoch an seinem Handelsminister fest, der für seine aggressive Zollpolitik verantwortlich zeichnet.
Epstein soll nach Erkenntnissen des FBI und des US-Justizministeriums mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht haben. Teilweise soll er die Opfer an Prominente vermittelt haben.
Der Multimillionär Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er nur knapp 13 Monate Haft ab.
Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Y.Leger--PP