Linke verdankt Wahlsieg in Berlin vor allem jüngeren Menschen
Die Linke verdankt ihren Sieg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin vor allem jüngeren Menschen. Bei den 25- bis 34-Jährigen stimmte am Sonntag mit 49 Prozent fast jeder Zweite für die Partei, wie aus einer vorläufigen Analyse des Instituts Infratest dimap für die ARD hervorgeht. Auch bei den Jungwählern zwischen 16 und 24 Jahren konnte die Linkspartei mit 43 Prozent überdurchschnittlich viele Stimmen holen.
Bei den Wählerinnen und Wählern zwischen 35 und 44 Jahren gab es mit 31 Prozent ebenfalls eine hohe Zustimmung für die Partei, die laut den den Hochrechnungen von ZDF und ARD vom Abend die Wahl mit 24,9 bis 25,3 Prozent gewann. Am wenigsten Zustimmung bekam die Linke von den über 70-Jährigen mit 14 Prozent.
Weniger groß waren die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Frauen zu 27 Prozent die Linke wählten, waren es bei den Männern der Analyse zufolge 23 Prozent. Mit Blick auf die Berufsgruppen konnte die Partei bei Angestellten (29 Prozent) und Selbstständigen (26 Prozent) am meisten punkten. Arbeiterinnen und Arbeiter wählten mehrheitlich (29 Prozent) die AfD, und bei Renterinnen und Rentnern lag die CDU vorn (29 Prozent).
Rund 75.000 Stimmen bekam die Linke von bisherigen Nichtwählerinnen und Nichtwählern. Etwa 51.000 Wahlberechtigte wanderten von den Grünen zu der Partei. Die SPD verlor 36.000 Wählerstimmen an die Linkspartei und die CDU rund 14.000. Das Modell von Infratest schätzt die Wanderungsströme im Vergleich zur vorangegangenen Abgeordnetenhauswahl.
O.Blanchard--PP