Wadephul: Klimawandel verschärft Krisen und Konlikte weltweit
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat vor den wachsenden Auswirkungen des Klimawandels auf die internationale Sicherheit gewarnt. Es sei zu beobachten, "wie sich die zunehmend extremen Wetterbedingungen weltweit auf viele Krisen und Konflikte auswirken und diese verschärfen", sagte Wadephul am Dienstag bei der Berlin Climate and Security Conference im Auswärtigen Amt.
"Wir sehen, wie bestimmte Akteure versuchen, dies auf perfide Weise zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Sie setzen die Auswirkungen des Klimawandels als Waffe ein." Er verwies auf den Sudan, wo "Hunger und Knappheit von den Konfliktparteien bewusst gegen die lokale Bevölkerung eingesetzt werden".
Im Panamakanal führe ein zu niedriger Wasserstand zu Einschränkungen für die Handelsschifffahrt. Dies erhöhe den Druck auf die globalen Lieferketten. "Wir können beobachten, wie ein Klimaphänomen in einer Region Folgen haben kann, die weit über diese Region hinausreichen", sagte Wadephul.
"Ich könnte auch den Nahen Osten und die gesamte Region betrachten und die Auswirkungen der Lage an der Straße von Hormus auf die Düngemittelversorgung und die Energiepreise", fügte er mit Blick auf die Meerenge hinzu, die von Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs faktisch blockiert wird. "Wo immer Krieg und Krisen ausbrechen, wird der Klimawandel diese noch weiter verschlimmern."
"Wir alle sehen, dass die Auswirkungen des Klimawandels stetig zunehmen: extreme Hitze, Dürren, Waldbrände, niedrige Wasserstände", sagte der Außenminister. "All das erleben wir hautnah, hier in Deutschland und in ganz Europa." Auch die globalen Zusammenhänge seien deutlich: "die Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit, die Lieferketten, die Mobilität, die industrielle Produktion, die Gesundheit sowie die Energieversorgung und -preise".
Indem der Klimawandel Not und Hunger verschärfe, könne er auch zum Nährboden für Extremismus und Terrorismus werden, warnte Wadephul. "Denn wenn die Lebensgrundlage der Menschen verschwindet und humanitäre Not herrscht, wenden sich die Menschen zunehmend bewaffneten Gruppen zu, die vorgeben, eine schnelle und einfache Lösung für langjährige und komplexe Probleme zu haben."
Die Konferenz in Berlin, an der rund 250 Wissenschaftler, Regierungsvertreter und Repräsentanten internationaler Organisationen teilnehmen, solle dazu beitragen, "konkrete Lösungen für drängende Probleme" aufzuzeigen, sagte Wadephul. Die internationale Zusammenarbeit sei dabei entscheidend: "Außenpolitik, Sicherheitspolitik und Klimapolitik sowie humanitäre Hilfe und wirtschaftliche Entwicklung müssen Hand in Hand gehen."
E.Leblanc--PP