Petit Parisien - Trotz Schläger-Wurf: Zverev im Achtelfinale der US Open

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Trotz Schläger-Wurf: Zverev im Achtelfinale der US Open
Trotz Schläger-Wurf: Zverev im Achtelfinale der US Open / Foto: LEONARDO MUNOZ - SID

Trotz Schläger-Wurf: Zverev im Achtelfinale der US Open

Alexander Zverev haderte hörbar, er warf sogar frustriert seinen Schläger gegen die Rückwand des Courts - doch letztlich biss er sich doch in drei Sätzen durch. Dem deutschen Tennisstar ist auf der Jagd nach seinem zweiten Grand-Slam-Titel endlich der erste glatte Erfolg gelungen. Nach zwei Zittersiegen zum Auftakt zog Zverev diesmal ohne ganz großes Drama ins Achtelfinale der US Open ein - auch wenn ihn seine Leistung zwischendurch unzufrieden stimmte.

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Bei seinem ersten Duell mit einem gesetzten Spieler im Turnierverlauf schlug der 29-Jährige den Chilenen Alejandro Tabilo mit 6:2, 7:6 (7:2), 6:2. Nach 2:25 Stunden verwandelte er den zweiten Matchball und schwang sich damit zum einzigen Spieler auf, der es in dieser Saison in alle vier Major-Achtelfinals geschafft hat.

Ungewohnt viele Fehler mit der sonst so stabilen Rückhand nervten Zverev aber offensichtlich gehörig. Am Montag geht es für ihn nun gegen Luciano Darderi. Der Weltranglisten-22. aus Italien hat den French-Open-Sieger in diesem Jahr bereits bezwungen - beim Sandplatz-Masters in Rom. Trotzdem ist Zverev der klare Favorit, und auch im Anschluss würde auf dem Weg ins Endspiel kein großer Name mehr warten.

Insgesamt 9:25 Stunden hatte der unsouverän auftretende Hamburger in den ersten beiden Partien auf dem Platz verbracht. Was den Zverev-Beobachter Boris Becker bei Sporteurope.tv dazu veranlasst hatte, sich vor der Drittrunden-Partie zu fragen, wie sich das auf die Leistungsfähigkeit des Hamburgers auswirken würde. "Fit ist er, aber jeder hat irgendwo eine Grenze und das ist deutlich länger als bei den anderen Kontrahenten", sagte der einstige Wimbledonsieger.

Zu Beginn war dem Nachtschwärmer Zverev bei seiner dritten Spätschicht in Folge aber keine Erschöpfung anzusehen. Nach einem langen Frauen-Match im Vorfeld ging es erst um 22:45 Uhr Ortszeit los - und Zverev schien es eilig zu haben. Die Verunsicherung, die ihn vor allem durch das Zweitrunden-Match gegen Quentin Halys verfolgt hatte, war zu Beginn komplett verflogen. Der Deutsche spielte einen blitzsauberen ersten Satz - nach zwei schnellen Breaks und 38 Minuten Spielzeit stand es 1:0.

Ob es seine beeindruckende Karrierestatistik gegen Linkshänder war, die ihn so selbstbewusst auftreten ließ wie seit dem Wimbledonfinale nicht mehr? Gut möglich. Doch Zverevs Hoch war nicht von Dauer. Mitte des zweiten Satzes schlichen sich mehr und mehr Fehler in sein Spiel. Er kam jedoch mit dem Schrecken davon, weil er auch nach einem unnötigen Break und bei zwei Satzbällen Tabilos im zweiten Durchgang die Ruhe bewahrte.

Im vergangenen Jahr war Zverev in New York die dritte Runde noch überraschend zum Verhängnis geworden - er verlor damals gegen Félix Auger-Aliassime. Diesmal lief es besser, obwohl Zverev an diesem Abend in den langen Ballwechseln häufig das Nachsehen hatte.

Zverev bietet sich in den kommenden Tagen eine große Chance, denn die Tür zu seinem dritten Grand-Slam-Endspiel in Folge ist inzwischen weit offen. Am Samstag verabschiedeten sich in einer denkwürdigen Tag-Session in Flushing Meadows auch US-Hoffnungsträger Taylor Fritz und Paris-Finalist Flavio Cobolli. In Zverevs Hälfte des Turnierbaums ist damit schon vor dem Achtelfinale kein weiterer Top-Ten-Spieler mehr zu finden.

B.Fabre--PP