Lando Norris holt Pole-Position im nassen Qualifying zum GP Brasilien
Im nassen Qualifying zum Großen Preis von Brasilien hat Lando Norris die Pole-Position errungen. Während der britische McLaren-Pilot die schnellste Zeit fuhr, mussten sich Titelverteidiger Max Verstappen und Lewis Hamilton nach Startplatzstrafen hinten anstellen. Nico Hülkenberg überzeugte mit dem sechsten Platz.
Im Qualifying zum Großen Preis von Brasilien setzte sich Lando Norris gegen die widrigen Wetterbedingungen durch und fuhr die Pole-Position. Der britische McLaren-Pilot nutzte die Gunst der Stunde in der Q3-Phase, als der Regen erneut zunahm und die schnellsten Runden zu Beginn der letzten Qualifying-Phase absolviert wurden. Damit ließ er seinen Teamkollegen George Russell frustriert zurück.
Russell hatte zunächst eine Sektorenbestzeit gefahren, wurde jedoch von seinem vor ihm fahrenden Williams-Piloten Alexander Albon zum Bremsen gezwungen. Da die Bedingungen anschließend nicht mehr stabil genug waren, um eine bessere Zeit zu fahren, blieb der Mercedes-Fahrer ohne Pole-Position. Kimi Antonelli sicherte sich den dritten Platz. Der Italiener verzichtete beim ersten Qualifying nach seinem WM-Titel auf das letzte Risiko und startet aufgrund der Strafen gegen Russell von der zweiten Startreihe.
Ein signifikanter Aspekt des Rennens sind die zahlreichen Startplatzstrafen, die mehrere Top-Fahrer betreffen. Max Verstappen, der wenige Stunden zuvor im Training die schnellste Zeit aufgestellt hatte, trat im Regen nicht mehr zum Q2 an und startet nach dem Tausch von Antriebskomponenten von ganz hinten. Ihm folgte Lewis Hamilton, der ebenfalls eine Strafe wegen des Austauschs von Motor, Turbo und Auspuff sowie weiteren Elementen erhielt und mit 50 Startplatzstrafen am Ende der Startaufstellung landet.
Auch Sergio Pérez muss sich nach einer Strafe von 30 Plätzen hinten anstellen. Charles Leclerc startet aufgrund eines Motortauschs mit zehn Positionen Rückstand. George Russell verliert fünf Plätze wegen des sechsten Motors seines Mercedes.
Nico Hülkenberg zeigte eine starke Leistung für das Audi-Team. Der Deutsche schaffte souverän den Sprung ins Q3 und landete auf dem sechsten Platz. Er wird das Rennen vom vierten Startplatz aus angehen, da er keine weiteren Strafen zu verbüßen hat. Dies ist ein bemerkenswerter Auftritt für Hülkenberg an jenem Ort, an dem er 2010 seine einzige Pole-Position feierte.
Auf der anderen Seite gab es auch Pannen. Der Lokalmatador Gabriel Bortoleto verunfallte kurz nach der Wiederaufnahme des Qualifyings nach einem langen Regenunterbruch. Er landete neben der Strecke und grub sein Heck im Matsch ein, konnte das Auto jedoch noch zur Box schieben. Das Qualifying war für den Audi-Piloten damit beendet.
Auch der neue Haas-Fahrer Rafael Camara verlor die Kontrolle über seinen Boliden in einer Kurve und landete ebenfalls neben der Strecke. Der 21-jährige Formel-2-Leader, der vorzeitig das Cockpit von Esteban Ocon übernommen hat, schaffte es beim Debüt immerhin ins Q2.
Lando Norris äußerte sich zufrieden über den Tag: "Es war ein langer Tag. Es waren ganz andere Bedingungen als im letzten Jahr, aber ich bin sehr glücklich, dass es aufgegangen ist. Es war das erste Mal, dass ich dieses Auto im Regen gefahren bin, aber wir haben viel gelernt. Ich bin sehr erfreut darüber."
George Russell gab zu, die Situation falsch eingeschätzt zu haben: "Das wäre definitiv die Pole-Runde gewesen, das haben wir falsch eingeschätzt. Das hätte man einfach zu Ende bringen sollen. Ich habe mich eher besser gefühlt als im Trockenen."
Kimi Antonelli beschrieb die Bedingungen als schwierig: "Es war sehr tricky. Ich bin hier noch nie im Nassen gefahren, da hatte ich etwas zu kämpfen. Zum Glück war es noch gut genug für den dritten Platz. Für morgen müssen wir auf alles vorbereitet sein – das Wetter ist sehr unvorhersehbar."
Das Qualifying begann mit Regenalarm, wodurch einige Piloten zunächst auf Regenreifen wechselten, bevor das Qualifying unterbrochen wurde. Nach fast eineinhalb Stunden Warten konnte es fortgesetzt werden, und nun verzichtete kein Fahrer mehr auf die Regenreifen.
Am Sonntag geht es am GP Brasilien um WM-Punkte. Der Start erfolgt um 18 Uhr Schweizer Zeit.
F.Raymond--PP