Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch
Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.
Im vorherigen Haushaltsjahr hatte das Defizit noch 1,78 Billionen Dollar betragen. Die Ausgaben der Bundesregierung in Washington stiegen nun um sechs Prozent auf 7,4 Billionen Dollar, während die Einnahmen lediglich um drei Prozent auf 5,4 Billionen Dollar zulegten.
Besonders stark belasteten steigende Schuldzinsen den Haushalt. Die Zinszahlungen erhöhten sich um 144 Milliarden Dollar auf den Rekordwert von 1,36 Billionen Dollar. Hinzu kamen Rückzahlungen von insgesamt 145 Milliarden Dollar an Zöllen, nachdem der Oberste Gerichtshof im Februar einen Großteil von Trumps Zöllen für ungültig erklärt hatte.
Durch das Defizit wächst der Schuldenberg der USA weiter deutlich an. Die gesamte Staatsverschuldung der USA hatte zuletzt erstmals die Schwelle von 40 Billionen Dollar (aktuell knapp 34,4 Billionen Euro) überschritten, wie das Finanzministerium im August mitgeteilt hatte.
Trump hatte nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus versprochen, die Staatsausgaben und somit auch die Neuverschuldung zu senken. Finanzminister Scott Bessent hatte eine Verringerung auf drei Prozent als Ziel ausgegeben. Nach Angaben des Finanzministeriums lag das Defizit nun aber bei geschätzt 6,2 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Wirtschaftswissenschaftlerin Nancy Vanden Houten von Oxford Economics erwartet im kommenden Haushaltsjahr ein ähnlich hohes Defizit. Sollte der Krieg mit dem Iran bis weit in das neue Haushaltsjahr andauern, könne das Haushaltsloch noch größer ausfallen, warnte sie.
H.Guyot--PP