Petit Parisien - "Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA

Paris -
"Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA
"Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA / Foto: Brendan SMIALOWSKI - AFP

"Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA

Infolge des umstrittenen Auftritts von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump hoffen die deutschen Autohersteller auf sinkende Zölle für Lieferungen in die USA. Die Ankündigung von Audi, ein neues Werk in den USA zu bauen, falle in den Kontext von Verhandlungen des Mutterkonzerns Volkswagen mit der US-Regierung, berichtete das "Handelsblatt" am Donnerstag unter Verweis auf Insider. BMW und Mercedes hoffen demnach, von einem möglichen Deal zu profitieren.

Textgröße:

Döllner war am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung der regierenden Republikaner im US-Bundesstaat Georgia aufgetreten und hatte Investitionen in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar angekündigt. Demnach will die VW-Tochter in Georgia ihr erstes Werk in den USA bauen. 4500 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Anschließend hagelte es Kritik. Der Vorwurf: Döllner habe sich von Trump für dessen Wahlkampf für die Zwischenwahlen Anfang November einspannen lassen. Dass Audi im Gegenzug auf Zugeständnisse in Zollfragen hoffe, war ebenfalls vermutet worden. Auf Autolieferungen von Europa in die USA werden derzeit 15 Prozent Zoll fällig. Audi hat bislang keine eigenen Werke in den USA und wird deshalb besonders hart getroffen.

Für Freitagnachmittag ist laut der "Augsburger Allgemeinen" eine Aufsichtsratssitzung bei Audi in Ingolstadt anberaumt. Döllners Auftritt mit Trump werde Thema der Sitzung sein, zitierte die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Wie das "Handelsblatt" weiter berichtete, könnte Trump nach den Zwischenwahlen am 3. November eine Zollsenkung für VW veranlassen. BMW und Mercedes hoffen zugleich auf ein sogenanntes Gleichbehandlungsprinzip. Aus Verhandlungskreisen heiße es jedoch, dass die Erleichterungen möglicherweise auf Unternehmen beschränkt werden könnten, die bis Ende kommenden Jahres in neue Fabriken in den USA investieren.

A.Dupuis--PP